Galápagos – Now or Never!

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Once in lifetime things… Now or never? Wenn man schon mal da ist! Ist doch nur ein Katzensprung!? –  von knappen 1300km gen Westen, einfach mal schnell ins Paradies. Galapagos – fantastische, atemberaubende Natur, eine kaum fassbare Artenvielfalt auf 8000 Quadratkilometern Wasser, Sand und Lavagestein.

Ocean vs. Sky
Ocean vs. Sky

Machen oder nicht machen? Na klar, machen! Spontan buchen wir uns in einen Flug inklusive vieler kleiner Island-Hopping-Touren ein. Sicherlich, im Nachhinein ist man schlauer und hätte doch, mehr als der 8 Jahre alte Lonely Planet beschwört, auf eigene Faust machen können, sicherlich auch noch günstiger. Also hier schon mal unser Reisetipp: Aus Amsterdam kommt man sehr günstig rüber und kann für 15$(!) pro Nacht überleben und sich an Fisch und anderen Leckereien satt essen.

Auf Baltra zu landen ist ein Abenteuer für sich. Das blaue Wasser kräuselt sich unter dem Flieger und je näher man dem Boden der Tatsachen kommt, desto stärker nimmt man den starken Wind wahr, der die Flügel zu ziemlich turbulenten Schwingungen nötigt. Wer jedoch einmal in Quito auf 2500m in einem Tal(!) in den Anden gelandet ist, übersteht auch dieses Spekatakel. Zum ersten Mal in unserem Leben wartet am Flughafen jemand mit unserem Namen auf einem kleinen Plastikschild. Man darf sich einen Aufenaufschlag geehrt fühlen und wird schon in den nächsten Bus gefercht, um einen 20 minütigen Trip zum nächstgelegenen Hafen zu machen. Türen hat der Bus nicht. Warum auch, die natürlich Klimaanlage ist fantastisch. Weiter geht es mit einem kleinen Kahn durch einen grünglitzernden Meereskanal. Wilde Franzosen schieben mich furchtlos von meinem Stehplatz (ich hänge quasi an einer Haltestange unter der Decke des Bootes), kleben kurz mit ihren schwitzigen Armen an meinem fest, stürzen sich wild zum besten Ausguck, um das tollste Foto abzugrasen. Dass alles um sie herum wunderschön ist, scheinen sie übersehen oder schlicht vergessen zu haben.

Street signs of Galápagos
These street signs we spotted on the Galápagos

Nur noch den Rucksack wuppen und wir sind auf Santa Cruz angekommen. Weiter geht es mit dem PickUp. Die Straßen sind außergewöhnlich gut. Sicherlich durch den Nationalpark Eintritt von 100$ pro Nase gut zu finanzieren. Doch wir wollen nicht meckern. Es geht durch den leuchtend grünen, klebrig feuchten Regenwald, durch trocknende Steppe mit angeknabberten grauen Hutzelbäumchen und knallgelben Darwinfinken, weiter Richtung Puerto Ayora. [Kanada würde bei vor Neid platzen (@Jan & Jana, mit denen wir im Sommer 2015 einen fantastischen Baum-an-Baum-kennen-wir-den-Baum-schon?-roadtrip durch Kanada machten)].

Auf Galapagos leben zehn Menschen – falsch gedacht! Puerto Ayora ist ein kleines, quietschlebendiges, buntes Fischerdörfchen mit Hafen, einer Promenade und ein paar kleinen Seitengässchen, mit Wäschereien, kleinen Futterkioskos, Hotels und Apotheken. Bezaubernd! Die turistischen  Einflüsse halten sich überraschenderweise in Grenzen (vermutlich, weil wir in der absoluten Off-Season sind. Man sagte uns, sonst wären es nochmal 10Grad wärmer und es wehe kein angenehm kühler Wind, wir hatten schon 30 Grad und man sucht vergeblich seinen eigenen Schatten auf der Straße. Ich will nicht wissen, wie voll die kleine Promenade mit ihren Restaurants im Sommer sein muss). Der Mensch teilt sich die Stadt mit dem landestypischen und furchtlosen Stadtseelöwen. Dieser ruht hauptberuflich aus. Gleichgültig auf dem Bürgersteig, unter den Verkaufsständen am Hafen, auf Bänken. Er rülpst und grunzt und wendet seinen dicken, runden Bauch auf dem warmen Stein. Sehr geruhsam, aber Vorsticht, Stolpergefahr! Wenn man der – wenn trocken – goldenen Löwen überdrüssig wird, beobachtet man einfach die frechen Riesenpelikane, die gierig versuchen, den Hafenarbeitern die Fische aus den Kisten zu klauen. So ein Ding kann einen glatt um hauen. Der Schnabel hat satte Unterarmlänge. Die Füße stehen wirklich ulkig Richtung Körpermitte zusammen und Bilden eine Standfläche, die mindestens zwei ausgewachsene Männerhände misst. Und wer sich dann noch nicht tiersatt gesehen hat, dreht sich zwei Grad weiter und beobachtet knallrote Krebse, die mit ihren starken Stelzenbeinchen über die Steine klappern. Iguanas säumen wie selbstverständlich die Bordsteine und wundern sich sicherlich über die komische Spezies Mensch. Eigentlich hat man alle (!) Tiere, die man sonst auf übersättigten Postkartenfotos sieht, schon am Hafen von Puerto Ayora zum Anfassen nah erhascht. Also eigentlich ab nach Hause…Hehe. Aber es lässt sich noch toppen.

Isla Isabellea! Ein Traum! Ich vermute die Einheimischen haben viele Farbwörter, mit denen sie das Meer beschreiben können. Mir gehen die Worte aus. Azurblau und Smaragdgrün treffen es wohl noch am ehesten, und das ist erst das Hafenbecken. Kleine Pinguine flitzen durch Wasser und spielen mit ihren Artgenossen. Ein Schauspiel! Doch wir müssen weiter, wir haben einen Termin mit El Chico. Früh morgens geht es mit dem Jeep rauf auf einen der fünf Vulkane auf Isla Isabel. Vor Ort macht uns ein motivierter Guide klar, dass wir nun volle fünf Stunden einen Vulkan besteigen werden. Ach sooooo! Auch Südamerika scheint ein Mañana-Land zu sein. Keiner sagte uns auch nur ansatzweise, dass es vielleicht von Vorteil sei, feste Schuhe und eine Jacke mitzunehmen. [Im Dschungel in Ecuador standen wir ja auch schon in voller Wandermontur auf einem kleinen Indiandermarkt, an Stelle der versprochenen Höhlentour]. Wir waren trotzdem vorbereitet, im Gegensatz zu einem anderen Mitstreiter aus der Gruppe, die den Weg aber letztlich auch in Flipflops hinter sich gebracht hat. Die Mühe des Aufstiegs wurde mit einem ersten atemberaubenden Blick in einen der weltweit größten Krater belohnt. Eine schwarze, aufgerissene Steinmasse (,A’ā-Lava’) ergoss sich unter unseren Augen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, da sich die Wolken gerade verzogen, was nicht immer der Fall sein muss und sich innerhalb von Minuten ändern kann. Glücklich stolpert man weiter durch braungrüne Trampelpfade – noch waren wir auf der feuchten Regenwaldseite des Vulkans. Immer wieder erfolgt leichter Nieselregen, abgelöst durch nahezu beißende Sonnenstrahlen auf der Haut. El Chico, der zweite Vulkan auf der Tour ist in der Ferne schon auszumachen. Die Landschaft ändert sich schlagartig. Es geht weiter  durch eine schwarzbraune, rotgelb getupfte Steinlandschaft. Es sieht aus, wie auf einem fremdartigen Planeten: Löchrige Steine, erstarrte Lavaflüsse, zerklüfte Felsspalten,  aufgeplatzte Öffnungen aus denen heißer Dampf steigt. Zarter Farn lechzt nach den kleinen Wasserperlen, die durch den Dampf entstehen. Ein wenig fühlt man sich, als wandere man in einem, mit dieser leichten, braunen Aktiverde verfülltem Blumenkübel, in dem man früher bei der Volksbankfiliale immer heimlich rumgewühlt hat, wenn man sich unbeobachtet fühlte und die Erwachsenen langweilige Sachen am Counter besprachen. Großartig! Der Krater des El Chico ist mindestens genauso beeindruckend. Wir machen Pause am schmalen Grat des Vulkans und stauen über die gigantische Sicht. Isla Isabel hat sie Form eines Seepferdchens. Wir sehen alle Vulkane, die man sonst nur im Atlas finden würde, da 80% der Insel für Menschen unzugänglich sind. Ich klebe ein weiteres wunderschönes Bild in unser Lebensalbum ein und schmunzel Richtung Sonne. Irgendwann, wenn wir alt sind, machen wir ein Zuhörkino auf und erzählen von unseren Abenteuern aufs der Ferne.

Beim Abstieg merken wir jede Sehne und jeden Knochen. Wir fallen, wie fast jeden Abend gegen 19 Uhr ins Bett. Abenteuer machen nunmal wunschlos glücklich und früh müde :-). Außerdem ist es am Äquator dann längst stockfinster.

Die zweistündige Bootsfahrt zurück nach Santa Cruz ist absolut kein Zuckerschlecken. Beim Einstieg werden Tüten gereicht. Na prima! Wir schaffen es ohne Kotzen. Puh! Die Wellen sind heftig und das Böötchen mit seinen drei Motoren und zwanzig eng aneinandergequetschten Passagieren an Deck schleudert durch die aufpeitschenden Wellen. Immer wieder stürzt der Bug in die scheinbar endlose Tiefe einer Welle und lässt einen schwerelos erscheinen. Dann wieder knallt es beim Aufschlagen auf eine Welle gewaltig und einen durchzuckt ein Schmerz in der Bauchhöhle…wirklich kein Spaß…braucht man nicht sooo oft…doch ohne Boot geht nichts auf den Galapagos. Also steigen wir am nächsten Tag wieder todesmutig in das Nächste ein. Wenn Einheimische beteuern, das Meer sei heute ruhig, fühlt man sich ungefähr so wie auf offener See über Skagen wo Ost-und -nordsee aufeinanderprallen. Nette Wellen von 2-3 Metern Höhe machen den Spaß komplett. Hey! Seufz! Das Schnorcheln in den Buchten ist dafür ein ganz großer Spaß. Dennis hat tatsächlich mit Seelöwenbabys geschnorchelt, die richtig verspielt um ihn herumgeschwommen sind. Ich hatte das Glück auf dem Rücken einer Riesenwasserschildkröte mitschwimmen zu können. Die Hände auf dem glitschigen Panzer! Genial!!! Hammerheads, Reefsharks oder Whitetip reef sharks sind auf den Galapagos auch keine Seltenheit, wie Dennis beim Tauchen bei Seymour feststellen konnte…sie schliefen aber wohl ganz friedlich. Na dann…

Wir hatten sogar das Glück Riesenlandschildkröten hautnah beim gemütlichen Fressen zuzuschauen. Ach ich könnte noch so weitersprudeln, aber schaut doch lieber noch Dennis Bilder an. Dicke Umarmung aus der Ferne!

Colors of Galápagos
Colors of Galápagos
Map of the Galápagos Islands
Map of the Galápagos Islands by Annika Gaida

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