Quito – Ein Dschungel im Zentrum der Welt

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Das Beste an Ecuador – Michi würde nun beteuern, dass Ecuador ausschließlich durch Superlative zu beschreiben sei – also, das Beste an Equador – von einem Freund vom Flughafen abgeholt zu werden. Danke Michi 🙂
Wir werden augenblicklich ins ecudorianische Familienleben hineingesogen. Almuerzo (Mittagessen) bei Familie Strunck. Alle sind von der Arbeit gekommen und versammeln sich am Tisch. Delia, die Köchin hat ganze Arbeit geleistet. Es hat gemundet, wie eigentlich jedes Essen.

Map of Ecuador
Map of Ecuador by Annika Gaida

Kein Zögern, wir nehmen die Beine in die Hand und erleben das komplette Touristenprogramm. Michi ist bestens vorbereitet. Das BESTE Sushi en todo el mundo gibt es in Quito. Die SCHÖNSTEN Kirchen en todo el mundo … gut, dass wir in Quito sind! Der BESTE Mexikaner en todo el mundo? Selbstverständlich in Quito – Cumbayá. Oh, ich zitiere: “Sagt dem Polizisten bei der Einreise einfach nur ‘Cumbaya'” – wir dachten zunächst, der Kerl nimmt uns auf die Schippe. Wir lachten noch laut und dachten, ach, in Ecuador wird man offensichtlich selten nach einem Aufenthaltsort gefragt, bis wir das Ortsschild mit der Aufschrift lasen…”Cumbayá” my lord…Natürlich auch der BESTE Vorort en todo el mundo.

Michi schickte uns zu unserem Glück bald darauf in die Wüste, oder sagen wir eher in den Dschungel. Fünf Tage abgeschnitten von Internet und TV, umgeben von Tieren und wilden Pflanzen. Genial! Die vierstündige Autofahrt hat sich gelohnt. Dank Marco, der uns begleitete, lief das Spanisch auch bald viel besser. Hust! Ne mal ehrlich, das deutsche Gesundheitssystem können wir jetzt fließend auf spanisch erklären. Das ist dann schon ein certificdo nivel medio alto, oder? Wir wohnen in einer rustikalen Bananenhütte mit prachtvollem Blick über den Dschungel. Ein Verbrechen, so schön war es. Schlafen gehen wir mit dem Lauf der Sonne. Unsere täglichen Ausflüge sind teilweise etwas grenzwertig, da man selten erfährt, was auf einen zukommt, geschweige denn, wie man am besten ausgerüstet wäre. Vollbekleidet in kompletter Wandermontur stellte man uns vor die Aufgabe durch tiefschwarze Höhlen zu krabbeln, mit dem dezenten Hinweis, dass nun bald eine Stelle mit einem See schwimmenderweise zu überwinden sei. Ah jaaaa. Man muss solche Situationen mit einem Lächeln nehmen. Können wir 🙂 Spezialisten sind wir nun auch im Kayaking auf dem Amazonas. Kayaking im eigentlichen Sinne ist das natürlich nicht. Man sitzt in einem schmalen, ziemlich langen Boot auf zehn Zentimeter hohen Holzbänkchen und erfreut sich einer warmen Schwimmweste. Die Strömung reißt das Boot mit sich, aber die Bootsfahrer schippern einen sicher durch die Schnellen. Rechts und links an der Uferböschung versuchen Einheimische ihr Glück beim Goldwaschen.

Auf einer weiteren dreistündigen Tour durch den dichten Regenwald, kämpfen wir uns in kniehohen Gummistiefeln, mit Machete bewaffnet, bis zu einem Wasserfall und baden nach der Anstrengung. Weiter geht es. Die Gummistiefel schmatzen im Matsch. Jeder Schritt klingt wie ein vergnügter Froschchor bei 90% Luftfeuchtigkeit.

An seinem Geburtstag musste Dennis Ameisen essen. Nix Kuchen oder so! Gab nichts besseres auf die Platte. Höhö! Der Besuch in einer Ameisen essenden Comunidad führte uns das Leben im Dschungel noch einmal deutlich vor Augen. Fünf Tage en La Selva (Dschungel) reichen sicherlich für einen Westeuropäer.
Zurück in Quito überrascht uns Michi mit einem weiteren zunächst absurd klingenden Plan. Eine Freund eines Freundes hätte ein gutes Angebot für die Islas Galápagos… Warum nicht?!

Danke Michi, nochmals (!) für deine Zeit und dass du uns La Mitad Del Mundo, deine Heimat gezeigt hast.

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